1    Grundsätze und Ziele

Mit der Gründung der Kindertagespflege Kindernest Seefeld biete ich die Möglichkeit für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mein Angebot richtet sich an Kinder bis 3 Jahre.
Das Kindernest Seefeld versteht sich als familienergänzende und unterstützende Einrichtung. Im Vordergrund steht, dass jedes Kind sich im Kindernest in einer vertrauensvollen Atmosphäre von Sicherheit und Geborgenheit wohl fühlt. Bei der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kleinkinder wird deren Entwicklung individuell und ganzheitlich gefördert. Die Kinder werden entwicklungsangemessen an Entscheidungen im Erziehungsalltag mitbeteiligt.
Die pädagogische Arbeit soll die Grundlagen für eine gesunde, sozial-emotionale, kognitive und körperliche Entwicklung legen. Ich unterstütze und fördere die Kinder in der Entwicklung von Werten und Orientierungsfähigkeit, in ihrer Neugier, ihren Interessen und ihrer Konzentrationsfähigkeit sowie in der Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme (Basiskompetenzen und Förderschwerpunkte nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung). Umgesetzt werden soll dies durch situationsorientiertes und Kind-orientiertes Lernen sowie durch kontinuierliches Beobachten der Kinder. Im ständigen vertrauensvollen Austausch mit den Eltern möchte ich den Bedürfnissen und Interessen der Kinder gerecht werden.
Dabei ist mir wichtig:

  • Eine Atmosphäre zu schaffen, bei der die Kinder Liebe und Respekt erfahren.
  • Das Spiel ist für die Kinder das Wichtigste, Spielen ist Lernen.
  • Die Kinder zu ermutigen, Grenzen zu ziehen und zu respektieren.
  • Den Kindern eine Basis zu schaffen, Gemeinschaft zu erleben und sich in der Gruppe zurecht zu finden.
  • Enge Bindungen zu den Kindern aufzubauen.
  • Die Kinder als eigenständige Persönlichkeiten zu akzeptieren und zu respektieren.
  • Ihre Eigenaktivität zu berücksichtigen und zu fördern. Zeit und Raum zu geben, um möglichst viele Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen und eigene Ideen zu entwickeln.
  • Den Kindern soziale Kompetenz zu vermitteln und soziale Integration zu fördern.
  • Die Kinder bei der Lösung von Konflikten zu unterstützen.
  • Musikalische Fähigkeiten und Kreativität zu fördern.
  • Motorische Fähigkeiten durch ein großes Bewegungsangebot und viel Bewegungsfreiheit zu fördern: Die Kinder dürfen toben.
  • Umwelt- und Naturverständnis zu vermitteln.
  • Die Sprachentwicklung der Kinder gezielt zu unterstützen. 

 

2    Rahmenbedingungen

2.1         Öffnungszeiten und Lage

Die Öffnungszeiten des Kindernests sind von Dienstag bis Donnerstag, jeweils von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Als Kernzeiten betrachte ich die Zeit von 8:30 Uhr bis 14:00 Uhr.
Zwischen dem Kindernest und den Eltern wird ein Betreuungsvertrag abgeschlossen.
Die Schließzeiten werden jeweils im Herbst für das kommende Jahr festgelegt. Sie betragen pro Jahr jedoch nicht mehr als 25 Tage.
Das Kindernest befindet sich in der Hartstraße 2c, am nördlichen Rand von Seefeld. Zu den Feldern sind es nur 200m Entfernung, außerdem ist der große Spielplatz an der Grundschule Seefeld und der Sportplatz in unmittelbarer Gehentfernung. Wir besuchen außerdem regelmäßig den Wochenmarkt, die Feuerwehr und den nahe liegenden Pferdehof.

2.2         Ausstattung

Es wird ein Raumkonzept entwickelt, welches den Bedürfnissen von Kleinkindern entspricht. Dabei werden flexible Erfahrungs- und Lernbereiche, sowie Spiel-, Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten geschaffen. Spielmaterialien werden nach Alter, Interessen und Fähigkeiten immer wieder ausgetauscht. Den Kindern steht zusätzlich zum Gruppenraum ein eigenes Bad mit Toilette, Dusche und Badewanne zur Verfügung. Zusätzlich verfügt das Kindernest auch über einen großen Garten mit Spielhäuschen, Sandkasten, Rutsche und Fahrgeräte.

2.3         Gesundheitserziehung

Zur Gesundheitserziehung gehört u.a. eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Alle Brotzeiten werden intern zubereitet. Ein abwechslungsreicher Speiseplan ist mir wichtig. Die Kinder erhalten zu den Mahlzeiten Tee, verdünnte Säfte oder Wasser. Getränke und Obst stehen ganztägig zur Verfügung. Nach Möglichkeit werden die Kinder in die lebenspraktischen Tätigkeiten (z.B. Tisch decken, Obst waschen) mit einbezogen. Das Mittagessen besteht aus einer gesunden Brotzeit.
Die spezielle Ernährung/Babynahrung für die kleinen Kinder (bis ca. 12 Monate Milch/Gläschen) wird von den Eltern mitgebracht. Die Zubereitung und der Essensplan werden zwischen den Eltern und mir abgestimmt.
Alle Notwendigkeiten zur Pflege des Kindes wie Windeln etc. werden von den Eltern besorgt.
Zusammen mit dem Betreuungsvertrag wird den Eltern eine Liste ausgehändigt, was die Kinder zusätzlich benötigen.

2.4         Kosten / Finanzierung

Das Kindernest finanziert sich durch die Beiträge, die für die Kinder an das Kindernest zu entrichten sind. Die Preise entnehmen Sie bitte der aktuellen Beitragsübersicht. 

 

3    Blickpunkt Kind

3.1    Pädagogische Kernaussagen/Schwerpunkte

Ein Satz, der meine Arbeit stark prägt: "Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere, lass es mich tun und ich verstehe." 

Mein Konzept vereint Aspekte aus 3 anerkannte pädagogischen Ansätzen mit dem Ziel der ganzheitlichen Förderung:

  • Maria Montessori: "Hilf mir, es selbst zu tun." 
    Strukturierte Tagesabläufe und wiederkehrende Rituale bieten Orientierungshilfe und Sicherheit.
  • Emmi Pickler: "Lass mir Zeit"
    Jedes Kind bekommt die benötigte Zeit für den nächsten Entwicklungsschritt. Pflegerische Haltung gegenüber den Kindern beim Füttern, Wickeln und Schlafenlegen.
  • Reggio Emilia: "Der Raum als [zweiter] Erzieher"
    Räume bieten Anregung und Herausforderung, aber auch Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeit. 

Je nach Jahreszeit und Interessen der Kinder finden im Kindernest Angebote und Projekte statt. Dabei werden die 3 o.g. Ansätze von mir umgesetzt, die Themen der Kinder stehen aber immer im Vordergrund.

Während der Phase der Eingewöhnung gem. des Berliner Modells im Kindernest wird auf die Bedürfnisse des Kindes besondere Rücksicht genommen und ihm und seinen Eltern die Möglichkeit gegeben behutsam in die neue Situation hineinzuwachsen. Die Eltern verbringen nach Absprache einen Teil der Eingewöhnungszeit mit dem Kind im Kindernest. Durch eine schrittweise, individuell angepasste Eingewöhnungszeit können die Eltern und ihr Kind ein Vertrauensverhältnis zu der Einrichtung und zu mir aufbauen. Die Eingewöhnungszeit ist dann abgeschlossen, wenn das Kind mit seiner neuen Umgebung vertraut ist, mich als Bezugsperson ansieht und sich aufgehoben fühlt. Sie sollte nicht länger als 3 Wochen dauern. Es ist wichtig, diese neue Lebensphase als positive Lernmöglichkeit für alle Beteiligten zu gestalten, so dass sich das Kind von den Eltern nicht verlassen oder abgegeben fühlt. Ein gelungener Übergang von der familiären zur institutionellen Erziehung, Bildung und Betreuung ermöglicht dem Kind auch spätere Übergänge gut zu bewältigen.

3.2    Unser Tagesablauf

Kinder brauchen zur Orientierung und Sicherheit sich ständig wiederholende Ereignisse. Aus diesem Grund ist der Tagesablauf klar strukturiert.

08:00 - 08:30 Uhr:  Bringzeit
08:30 - 08:45 Uhr:  Begrüßungskreis
08:45 - 09:15 Uhr:  Frühstück
09:15 - 11:15 Uhr:  Freispiel, Angebote, Projekte, kleine Exkursionen, Aufenthalt im Freien
11:15 - 11:30 Uhr:  Waschen, Wickeln
11:30 - 12:00 Uhr:  Mittagessen
12:00 - 12:15 Uhr:  Waschen, Zähneputzen
12:15 - 13:45 Uhr:  Mittagsruhe
13:45 - 14:00 Uhr:  Abholzeit

3.3    Das Freispiel

Einen hohen Stellenwert im Kindernest hat das freie Spiel. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, frei und spontan nach ihren Bedürfnissen zu handeln. Sie können die täglichen Umwelterfahrungen ausleben, ihre Ängste und Sorgen verarbeiten, Neues erleben, konzentriert arbeiten oder künstlerisch tätig sein. Im Freispiel lernen Kinder, sich in die Gedanken und Gefühle ihrer Spielkameraden hineinzuversetzen, zu kooperieren, zu delegieren, Kompromisse zu schließen, führen und sich führen zu lassen, helfen und sich helfen lassen oder auch Konflikte auszutragen und zu lösen und entwickeln so ihre sozialen Kompetenzen. Die Kinder sorgen so für sich und für ihre Entwicklung. Kleinkinder brauchen die Beziehungen zu anderen Kindern und können bereits mit einigen Wochen und Monaten Beziehungen zu Gleichaltrigen aufnehmen. Das Freispiel bietet Wahrnehmung mit allen Sinnen, geistige und körperliche Aktivitäten werden gefördert. Den Kindern wird eine unbehinderte und selbständige Bewegungsentwicklung ermöglicht. Für die Eltern und mich ist dies eine besondere Gelegenheit, die Kinder zu beobachten und ihre Verfassung, ihr Verhalten, ihre Stärken und Schwächen, ihre Vorlieben und Begabungen - ihre ganze Person kennenzulernen. Ich ergänze bei Bedarf das Spiel der Kinder, indem ich mich selbst als Spielpartnerin zur Verfügung stelle.

3.4    Aktivitäten / Projekte

Im Kindernest werden den Kindern neben dem freien Spiel auch Aktivitäten und Projekte angeboten, in denen die Kinder Neues erfahren und sich auf Vorbereitetes einlassen können. Durch gezielte, dem Alter der Kinder entsprechende Spiel- und Beschäftigungsangebote und einer liebevollen Betreuung und Begleitung im Spiel möchte ich den Kindern die Möglichkeit geben, sich mit ihrer Umwelt spielerisch auseinandersetzen zu können.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Körper- und Sinneserfahrung:
Durch Singen, Malen, Finger- und Rollenspiele, Bücher anschauen und Vorlesen wird die sprachliche Entwicklung der Kinder gefördert. Durch Tanz und Musizieren erleben die Kinder Freude an der Musik sowie an koordinierten Bewegungsabläufen. Durch Angebote wie Kneten und Malen wird die Kreativität der Kinder angeregt.
Einmal pro Woche findet unser Yogatag statt.

3.5    Ereignisse / Highlights / Ausflüge in Seefeld

Die Kinder des Kindernests sind auch oft mit dem Bollerwagen unterwegs in der Natur, denn ein naturorientiertes Verständnis ist mir sehr wichtig. Erkundungsgänge zu lokalen Einrichtungen wie Wochenmarkt, Feuerwehr oder Bäckerei helfen, das Gemeindeleben kennenzulernen. Die Kinder erleben den Alltag.
Im Kindernest feiern wir natürlich auch Jahresfeste, wie

  • Fasching mit Kostümen und buntem Anmalen, das Kindernest wird lustig dekoriert.
  • Ostern: Nester basteln, damit der Osterhase seine Geschenke reinlegen kann.
  • Sommerfest
  • Laternenfest: Laternen werden gebastelt und bei einem Umzug Lieder gesungen.
  • Nikolaus- oder Weihnachtsfeier.
  • Natürlich feiern wir mit allen Kindern die jeweiligen Geburtstage bei uns im Kindernest.

 

4    Blickpunkt Eltern

4.1    Elternengagement

Elternarbeit ist mir sehr wichtig. Elternengagement wäre bei folgenden Themen wünschenswert:

  • Begleitung von Ausflügen und Exkursionen.
  • (Mit-)Vorbereitung der Ereignisse und Highlights.

 

4.2    Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Regelmäßige Eltern-Einzelgespräche sind die Grundlage einer guten Kommunikation. In den Elterngesprächen informiere ich die Eltern über den Lern- und Entwicklungsstand des Kindes. Bei Bedarf kann ich die Eltern bei Erziehungsfragen beraten und unterstützen.

Damit sich Eltern ein gutes Bild ihres Kindes im Kindernestalltag verschaffen können, sind Hospitationstage in Absprache möglich.

Aus Rücksicht auf die anderen Kinder und mich ist es wichtig, dass kranke Kinder Zuhause betreut werden und das Kindernest nicht besuchen. 

Die Kinder erleben das Engagement der Eltern, die Tagespflegestelle ist Teil des Familienlebens.